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Boogie Woogie ist ein rhythmischer,
mitreissender und gefühlvoller Tanz aus den 40-er und 50-er Jahren mit
schnellen Schrittkombinationen, originellen und witzigen Figuren und der
spontanen Interpretation der Musik. Diese zeichnet den Boogie Woogie im
Vergleich zu vielen anderen Tänzen besonders aus. So wird selbst an den
Turnieren kein einstudiertes Programm getanzt, sondern die Musik durch
Bewegungen, Schritte, Figuren oder gar Gesten und Mimik spontan
interpretiert.
Die Wurzeln des Boogie
Woogie liegen in der afroamerikanischen Musik und führen uns zurück in
die 20-er Jahre zum „Charleston“, „Collegiate“ und „Breakaway“.
Daraus entwickelte sich in den 30-er Jahren mit der grossartigen Swing Ära
(Duke Ellington, Benny Godmann, Glenn Miller etc.) der „Lindy Hop“.
Das besondere dieser neuen Musik war die Betonung der Taktschläge 2 &
4, off beat genannt. Der Lindy Hop entwickelte sich in diversen Varianten
weiter wie auch die Musik. Es folgte schliesslich der Jitterbug, der nach
dem Krieg während der Besatzungszeit zu uns nach Europa kam und zum
Boogie Woogie umbenannt wurde.
Der Boogie Woogie ist der
eigentliche Vater des Rock’n’Roll. Dieser schaffte den Durchbruch bei
den „Weissen“ erst mit Chuck Berry, Fats Domino, Little Richard und später
Bill Haley. Als Elvis Presley populär wurde, tanzten die „Schwarzen“
den Rock’n’Roll in seiner Urform als „Jitterbug“ „Boogie Woogie“
und „Lindy Hop“ bereits seit über zwanzig Jahren!
In den 90-er Jahren
erlebte der Boogie Woogie in Europa sein Revival. Viele tanzbegeisterte
Menschen interessierten sich wieder vermehrt für alten Jazz, für die
Musik der „Schwarzen“ und die darin verkörperte Aufbruchstimmung und
Lebensfreude. Dem rebellischen Charakter entwachsen, ist Boogie Woogie
heute salonfähig geworden und als Tanzsport anerkannt. Seit über 15
Jahren finden in dieser Sparte Europa- und Weltmeisterschaften statt. Wie
jeder Tanz hat sich der heutige Boogie Woogie weiterentwickelt und bildet
das Bindeglied zwischen Kultur und Sport, Nostalgie und Neuzeit, Jung und
Alt.
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